Sonnencreme kaufen: Worauf es bei den Inhaltsstoffen ankommt

Achten Sie beim Kauf auf Schutz vor UVB- und UVA-Strahlung und auf eine Creme, die sich angenehm und in ausreichender Menge auftragen lässt. Der Lichtschutzfaktor (LSF) schützt vor allem vor UVB-Strahlen, die Sonnenbrand verursachen. Prüfen Sie deshalb auch, ob auf der Packung das UVA-Zeichen steht.

Welche Inhaltsstoffe für Sie wichtig sind, hängt davon ab, was Sie brauchen. Bei einer Duftstoffempfindlichkeit achten Sie auf andere Inhaltsstoffe als bei Sonnencreme für ein Kind.

UVA- und UVB-Schutz prüfen

Der LSF allein sagt nicht alles über den Sonnenschutz aus. UVB-Strahlen verursachen Sonnenbrand, und UVA-Strahlen schädigen die Haut ebenfalls. Wählen Sie deshalb ein Produkt, das vor beiden Strahlungsarten schützt. In der EU steht ein UVA-Zeichen in einem Kreis für einen standardisierten UVA-Schutz.

Die EU teilt die LSF-Angaben in Schutzkategorien ein. Ein hoher LSF verlängert die Zeit in der Sonne nicht unbegrenzt. Die Schutzwirkung hängt auch davon ab, ob Sie genug Creme auftragen und sie regelmäßig erneuern. Halten Sie sich an die Anwendungshinweise auf der Packung und ergänzen Sie Sonnencreme durch Schatten und Kleidung.

Organische und mineralische UV-Filter

Sonnencremes enthalten organische oder mineralische UV-Filter, manchmal auch beide Arten. Organische Filter werden im Alltag häufig „chemische Filter“ genannt. Mineralische Produkte enthalten meist Titandioxid, Zinkoxid oder beides. Wichtig ist, dass das fertige Produkt ausreichend vor UVA- und UVB-Strahlung schützt.

Die vereinfachte Vorstellung, mineralische Filter würden ausschließlich Strahlung reflektieren und organische Filter ausschließlich in die Haut eindringen, beschreibt die Wirkweise zu grob. Zugelassene UV-Filter in EU-Kosmetika werden bewertet und dürfen nur in festgelegten Mengen eingesetzt werden. Das Bundesinstitut für Risikobewertung sieht nach aktuellem wissenschaftlichem Kenntnisstand keine gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch Sonnenschutzmittel, die in der EU erhältlich sind. Einzelne Personen können dennoch auf bestimmte Inhaltsstoffe reagieren.

Mineralische Filter wählen

Mineralische Sonnencreme kann passen, wenn Sie bestimmte organische Filter nicht vertragen oder diese Formulierung bevorzugen. Ein Naturkosmetik-Siegel kann dabei helfen, Produkte mit mineralischen Filtern zu erkennen. Es sagt jedoch nicht, dass die Creme grundsätzlich wirksamer oder besser verträglich ist. Auch mineralische Produkte können Duft- oder Konservierungsstoffe enthalten.

Bei Titandioxid mit dem Zusatz „nano“ hängt die Bewertung davon ab, in welcher Produktform es vorkommt. Das BfR gibt die Einschätzung des zuständigen EU-Ausschusses so wieder: Bei Nano-Titandioxid als UV-Filter in Cremes und Lotionen mit bis zu 25 Prozent sind gesundheitliche Risiken nicht zu erwarten. Diese Einschätzung schließt eine mögliche Belastung der Lunge durch Einatmen nicht ein. Atmen Sie deshalb Sprays nicht ein. Eine Creme oder Lotion ist nicht mit einem fein versprühten Produkt gleichzusetzen. In der Zutatenliste steht bei einem Stoff, der als Nanomaterial verwendet wird, der Zusatz „nano“.

Parabene als Konservierungsstoffe

Parabene sind eine Stoffgruppe von Konservierungsstoffen, die Cremes vor dem Verderben schützen und keine UV-Filter sind. Die einzelnen Stoffe müssen unterschiedlich bewertet werden.

Der wissenschaftliche Ausschuss der EU für Verbrauchersicherheit kam zu diesem Schluss: Methylparaben ist als Konservierungsstoff bis zu einer bestimmten Konzentration sicher. Diese Bewertung gilt nicht automatisch für alle Parabene und behandelt auch nicht die Umweltverträglichkeit. Wenn Sie Parabene vermeiden möchten, wählen Sie ein parabenfreies Produkt. Für die Schutzleistung der Sonnencreme ist „parabenfrei“ jedoch kein Ersatz für einen geprüften UVA- und UVB-Schutz.

Duftstoffe bei empfindlicher Haut

Duftstoffe können bei Menschen, deren Haut dafür empfindlich geworden ist, allergische Kontaktreaktionen auslösen. Wenn Sie eine bekannte Duftstoffallergie haben oder auf parfümierte Pflegeprodukte reagieren, wählen Sie eine Sonnencreme ohne Duftstoffe. Das gilt auch für Produkte mit mineralischen Filtern: Der Filtertyp allein sagt nichts darüber aus, ob Duftstoffe enthalten sind.

Nach erweiterten EU-Kennzeichnungsregeln müssen bestimmte Duftstoffe einzeln auf der Zutatenliste stehen. Ein aufgeführter Stoff bedeutet nicht automatisch, dass das Produkt unsicher ist. Die Kennzeichnung hilft vor allem Menschen, die einen bestimmten Auslöser bereits kennen und meiden müssen.

Sonnencreme für Kinder

Schatten schützt Kinder vor der Sonne. Auch bedeckende Kleidung und eine Kopfbedeckung bieten Schutz. Sonnencreme schützt zusätzlich die unbedeckte Haut. Deutsche Gesundheitsinformationen empfehlen für Kinder mindestens LSF 30 sowie Schutz vor UVA- und UVB-Strahlen. Ein „Kinder“-Aufdruck ersetzt diese Maßnahmen nicht und ist kein Grund, Kinder länger in der prallen Sonne zu lassen.

Säuglinge und Kleinkinder bis zwei Jahre sollen nicht direkter Sonne ausgesetzt werden. Für Babys im ersten Lebensjahr empfiehlt sich, Sonnencreme möglichst zu vermeiden und stattdessen Schatten und Kleidung zu nutzen. Wenn Sie unsicher sind, welcher Filtertyp bei einem Kind passt, fragen Sie eine Kinderärztin oder einen Kinderarzt.