Kopfschmerzen lindern

Bei gelegentlichen, leichten Kopfschmerzen können Ruhe, frische Luft oder eine kühle Kompresse helfen. Welches Medikament passt, hängt von der Kopfschmerzart ab. Spannungskopfschmerz fühlt sich meist dumpf und drückend an. Migräne ist oft stärker und geht häufig mit Übelkeit oder einer Empfindlichkeit gegenüber Licht und Geräuschen einher.

Auch rezeptfreie Schmerzmittel bergen Risiken. Wählen Sie den Wirkstoff passend, beachten Sie die Packungsbeilage und nehmen Sie das Mittel nur begrenzt ein. Häufige oder ungewöhnliche Kopfschmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden.

Erst die Kopfschmerzart einordnen

Bei Spannungskopfschmerzen ist der Schmerz meist leicht bis mittelstark und drückend. Der Name heißt nicht, dass immer verspannte Muskeln den Schmerz auslösen. Bei gelegentlichen Beschwerden können Hausmittel ausreichen; wenn nötig, kommen etwa Ibuprofen, ASS oder Paracetamol infrage.

Migräne verursacht oft stärkere Schmerzen und kann von Übelkeit sowie Licht- oder Geräuschempfindlichkeit begleitet sein. Ruhe in einem abgedunkelten Raum hilft manchen Betroffenen. Bei stärkeren Attacken reichen gewöhnliche Schmerzmittel nicht immer aus. Dann kommen spezielle Migränemittel wie Triptane infrage, die ärztlich eingeordnet werden sollten.

Clusterkopfschmerz ist eine seltenere, sehr starke Kopfschmerzform und braucht eine gezielte medizinische Behandlung. Wer zum ersten Mal ungewöhnlich starke oder andersartige Kopfschmerzen hat, sollte sie ärztlich abklären lassen.

Medikamente im Vergleich

ASS, Ibuprofen und Paracetamol werden häufig gegen akute Spannungskopfschmerzen eingesetzt. Sie lindern auch manche Migräneattacken, wirken aber nicht bei allen Menschen gleich. Die Übersicht zeigt allgemeine Unterschiede und ist keine persönliche Empfehlung zur Einnahme. NSAR steht für nicht steroidale Antirheumatika, eine Gruppe entzündungshemmender Schmerzmittel.

Wirkstoff oder Gruppe Einordnung Wichtige Vorsicht
Ibuprofen Ein entzündungshemmendes Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR. Bei Spannungskopfschmerzen zeigen Studien einen begrenzten Zusatznutzen gegenüber einem Scheinmedikament: Nach zwei Stunden waren mit 400 mg 20 von 100 Personen schmerzfrei, gegenüber 13 von 100. Kann Magen und Nieren belasten. Bei Nierenschäden sowie bestimmten Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist besondere Vorsicht nötig.
ASS Kann bei Spannungskopfschmerzen und akuter Migräne helfen. Die Studienlage für Spannungskopfschmerzen ist weniger umfangreich als für Ibuprofen. Hemmt die Blutgerinnung und kann das Blutungsrisiko erhöhen. Kindern und Jugendlichen mit fieberhaftem Infekt sollte ASS nicht ohne ärztliche Anweisung gegeben werden.
Paracetamol Kann Spannungskopfschmerzen und Migräne lindern. In einer ausgewerteten Studie waren nach zwei Stunden 23 von 100 Personen mit 1000 mg schmerzfrei, gegenüber 18 von 100 unter einem Scheinmedikament. Eine zu hohe Dosis kann die Leber schädigen. Bei Lebererkrankungen ist besondere Vorsicht nötig.
Kombinationen mit Koffein Können bei Spannungskopfschmerzen stärker wirken als ein einzelner Wirkstoff. Der zusätzliche Nutzen ist jedoch nicht ausreichend gesichert. Nebenwirkungen wie Nervosität oder Schwindel sind möglich. Die Einnahme zählt beim Risiko durch zu häufigen Medikamentengebrauch mit.
Triptane Spezielle Mittel gegen Migräne. Sie helfen nicht gegen Spannungskopfschmerzen und sind keine allgemeine Behandlung für jede Art von Kopfschmerz. Häufiger Gebrauch kann ebenfalls medikamentenbedingte Kopfschmerzen begünstigen. Die passende Anwendung sollte ärztlich oder in der Apotheke geklärt werden.
Metamizol Bei Spannungskopfschmerzen meist nicht nötig, wenn übliche Mittel ausreichend helfen. Kann schwere Nebenwirkungen verursachen und gehört nicht in die Selbstbehandlung ohne medizinische Empfehlung.

Die Studienzahlen beschreiben die Wirkung in den untersuchten Gruppen. Sie sagen nicht voraus, ob ein Mittel einer einzelnen Person hilft, und beziehen sich auf bestimmte Kopfschmerzformen, ohne die Wirkstoffe direkt miteinander zu vergleichen.

Lesen Sie die Packungsbeilage und nehmen Sie nicht mehrere Mittel mit demselben Wirkstoff gleichzeitig ein. Welches Mittel passt, hängt auch vom Alter, von Vorerkrankungen und von anderen Medikamenten ab. Fragen Sie bei Unsicherheit in einer Arztpraxis oder Apotheke nach, besonders während Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern.

Wann Hausmittel helfen

Bei leichten Spannungskopfschmerzen können Ruhe, ein Spaziergang an der frischen Luft oder eine kühle Kompresse auf Stirn oder Schläfen Linderung bringen. Bei Migräne bevorzugen manche Betroffene einen abgedunkelten, ruhigen Raum. Diese Maßnahmen helfen individuell und ersetzen bei starken oder anhaltenden Beschwerden keine medizinische Behandlung.

Die deutsche Leitlinie zu Spannungskopfschmerzen empfiehlt: 10-prozentiges Pfefferminzöl auf Stirn und Schläfen kann gelegentlich auftretende Spannungskopfschmerzen lindern. Das gilt nicht automatisch bei Migräne oder für andere ätherische Öle.

Bei häufigen Spannungskopfschmerzen kann regelmäßige Bewegung vorbeugen. Auch Entspannungsverfahren und psychologische Behandlungen wie die kognitive Verhaltenstherapie können langfristig helfen. Biofeedback gibt Rückmeldung über messbare Körperreaktionen. Diese Maßnahmen lindern keinen akuten Anfall sofort.

Wann Vorsicht bei Schmerzmitteln gilt

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft empfiehlt, Schmerz- und Migränemittel zur Selbstbehandlung höchstens an zehn Tagen im Monat und nicht länger als drei Tage hintereinander einzunehmen. Wer öfter Medikamente braucht, sollte ärztlichen Rat einholen. Regelmäßige Einnahme kann selbst zusätzliche Kopfschmerzen auslösen. In einem Kopfschmerztagebuch lassen sich Beschwerde- und Einnahmetage festhalten.

Die Wirkstoffe haben unterschiedliche Risiken: Ibuprofen und andere NSAR können Magen und Nieren belasten. ASS beeinflusst die Blutgerinnung. Paracetamol kann bei zu hoher Dosierung die Leber schädigen. Bei Magen- oder Nierenerkrankungen sollte eine Fachperson die Auswahl prüfen. Auch bei Herz-Kreislauf-Problemen oder Lebererkrankungen ist das ratsam. Das gilt ebenso, wenn weitere Medikamente eingenommen werden.

Wann ärztlicher Rat nötig ist

Lassen Sie Kopfschmerzen ärztlich abklären, wenn sie regelmäßig auftreten, häufiger werden, sich verändern oder die bisherige Behandlung nicht ausreichend hilft. Sprechen Sie auch mit einer Ärztin oder einem Arzt, wenn Sie immer mehr Medikamente brauchen. Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft rät dazu, bei häufiger Einnahme an mehr als etwa acht bis zehn Tagen im Monat ärztlichen Rat einzuholen.

Bei folgenden Warnzeichen ist sofortige Hilfe nötig:

  • Der Kopfschmerz beginnt schlagartig und erreicht innerhalb von Sekunden oder wenigen Minuten seine größte Stärke.
  • Lähmungen, Taubheitsgefühle, Sprach- oder Sehstörungen, Verwirrtheit oder ein Krampfanfall treten auf.
  • Die betroffene Person ist bewusstseinsgestört.
  • Starke Kopfschmerzen treten zusammen mit hohem Fieber und Nackensteife auf.

Rufen Sie bei Lebensgefahr oder plötzlich auftretenden schweren neurologischen Beschwerden in Deutschland die 112. Bei dringenden, aber nicht lebensbedrohlichen Beschwerden hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 bei der Suche nach der passenden Anlaufstelle.