Modernes Pilgern: auf der Reise zu sich selbst

Seit einigen Jahren erfreut sich das Pilgern wieder wachsender Beliebtheit. Während sich die Menschen in früheren Jahrhunderten aber ausschließlich aus religiösen Gründen auf den beschwerlichen Weg machen, begeben sich moderne Pilger meist auf eine Reise zu sich selbst.

Beten mit den Füßen

Die meisten großen Religionen kennen eine Form des Pilgerns. Eine besondere Blüte erlebte es jedoch im Europa des Mittelalters, als es viele Christen als religiöse Pflicht ansahen, zu Fuß zu wichtigen religiösen Stätten zu wandern. Eine Pilgerreise nach zu dem Grab eines bedeutenden Heiligen, nach Rom oder sogar nach Jerusalem sollte die Pilger Gott näher bringen und sie von ihren Sünden befreien. Viele der Pilgerwege, die damals entstanden, können noch heute genutzt werden. Am bekanntesten und bis in die Gegenwart am beliebtesten ist der Jakobsweg, der von Deutschland bis nach Spanien führt. Weitere schöne Pilgerwege werden hier vorgestellt.

Der Weg ist das Ziel

Moderne Pilger greifen nicht nur auf die alten Pilgerwege und die noch immer vorhandenen Pilgerherbergen zurück, sondern nutzen auch das urtümlichste aller Fortbewegungsmittel: die eigenen Füße. Gerade in der Hektik der heutigen Zeit kann diese Entschleunigung zu ganz neuen und tiefgreifenden Erfahrungen führen. Frei von Ablenkungen können die Gedanken bislang ungeahnte Wege gehen und so dem Pilger einen intensiven Zugang zu sich selbst geben, während er gleichzeitig seinen Körper in einer Weise fordert, die im Alltag nur selten möglich ist. Dadurch kann ein moderner Pilger während seiner Pilgerreise Körper und Geist in Einklang bringen. Außerdem erleben Pilger mit den Mitreisenden ein Gemeinschaftsgefühl, das alle Grenzen von Einkommen, Beruf und Nationalität überschreitet und so ebenfalls neue Perspektiven eröffnet. Das macht diese nur scheinbar überholte Form der Spiritualität aktueller denn je.

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